Institut für gerichtspsychologische Gutachten

Gutachtendauer

Beschleunigung – in jedem Fall?

In der Vergangenheit haben sich familiengerichtliche Verfahren mitunter über derartig lange Zeiträume erstreckt, dass dieses vor dem Hintergrund der damit einhergehenden kindlichen Belastungen nicht akzeptabel erschien. Leider haben psychologische Gutachten nicht selten in ungünstiger Weise diese Entwicklung der Verfahrensverzögerung gefördert. Nicht zuletzt deshalb erschien es dem Gesetzgeber notwendig, für die Zukunft die Beauftragung eines psychologischen Gutachtens notwendig mit der Setzung einer Vorlagefrist durch das beauftragende Familiengericht zu verknüpfen.

Wir haben es durch Neustrukturierung unserer Arbeitsabläufe und insbesondere einer konsequenten Kontrolle der Anzahl der jeweils gleichzeitig bearbeiteten Gutachten ermöglicht, in der Hälfte der zur Verfügung stehenden Gutachten-Bearbeitungsplätze eine Bearbeitungszeit von maximal vier Monaten, beginnend ab Akteneingang in unserer Praxis und endend bei Vorlage des schriftlichen Gutachtens, zu garantieren.

Dieser Anspruch kann allerdings an hinderlichen Rahmenbedingungen scheitern. Hierzu zählen etwa in der Begutachtungszeit liegende längere Schulferienzeiten, in denen entweder der Sachverständige oder aber die Familienmitglieder nicht für notwendige Erhebungen zur Verfügung stehen. Auch das zögerliche Vereinbaren von Terminen, etwa von einem Elternteil, wiederholtes Absagen oder Nichteinhalten der Termine u. ä. können zu erheblichen Verzögerungen führen. Wir werden zukünftig diese Entwicklungen unverzüglich dem Gericht mitteilen, sofern sie absehbar dazu führen können, dass eine zuvor vereinbarte Bearbeitungsfrist ohne Verantwortung des Sachverständigen nicht eingehalten werden kann.

Für uns erscheint es sehr wünschenswert, jede Form der Fristabsprache möglichst im Vorfeld der Gutachtenbeauftragung direkt mit dem Gericht telefonisch zu klären, so dass dann auch realistische Fristsetzungen in den schriftlichen Beschluss eingehen können.

So sehr wir die Richtigkeit einer möglichst schnellen Bearbeitung familienpsychologischer Gutachten erkennen, entspricht diese jedoch nicht in jedem Fall optimal den inhaltlichen Anforderungen. Bestimmte Rahmenbedingungen können geradezu nach einer „Entschleunigung“ des Verfahrensablaufs verlangen. Dies kann etwa der Fall sein, wenn die Begutachtung im Rahmen der lösungsorientierten Phase einen konstruktiven Verlauf nimmt, dieser jedoch noch mehr Zeit benötigt. Auch im Falle einer grenzwertigen Kindeswohlgefährdung und der Frage, ob ambulante Maßnahmen diese ggf. mindern können, kann ein erweiterter Zeithorizont sinnvoll sein, um die Wirksam- und Nachhaltigkeit von Interventionen abwarten und deren Ergebnis in das Gutachten aufnehmen zu können. Selbstverständlich gilt auch hier, dass entsprechende Anregungen mit dem Gericht kommuniziert und von diesem genehmigt werden.

Leitung

Dipl.-Psych. Dr. Carsten Unger

Dipl.-Psych. Henrike Dierks

Dipl.-Psych. Karsten Hundertmark

Weitere Informationen

Kontakt

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An der Reitbahn 3
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Tel.: 04102-81223
Fax: 04102-81275
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